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Wir über uns

Wir sind ein Zusammenschluss von Altettalern, die in Ettal waren und sowohl die guten als auch Schattenseiten des Internates und der Schule kennengelernt haben. Dies betrifft sowohl sexuellen Missbrauch als auch physische und psychische Gewalt.

Wir haben uns seit Offenlegung des Missbrauchs im Februar 2010 an die Verantwortlichen des Klosters gewandt mit der Bitte um Wiedergutmachung und Aufarbeitung. Wir haben uns im Verein Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer organisiert und haben mit dem Kloster die Aufarbeitung umgesetzt.

„Warum melden die sich so spät ?“

Zahlreiche Betroffene waren froh von Ettal weggekommen zu sein. Viele waren später nie auf Klassentreffen, sie hatten auch kein Abitur in Ettal gemacht. Es gab keinen Anlaufpunkt - der langjährige Täter war der Ansprechpartner für uns Ehemalige. Wohin hätten wir gehen sollen ?

Wann kann jemand über Missbrauch und Gewalt reden und mit wem ? Auch engste Freunde haben sich 30 Jahre lang nicht über das ausgetauscht, was damals vorfiel. Die Beschreibung hört vor der Tür auf, hinter der die Taten geschahen.

Etliche von uns haben Therapien gemacht und können nun reden, viele können auch jetzt noch nicht reden. Die Folgen von Missbrauch und Gewalt sind Teil unserer Persönlichkeit geworden. Die meisten von uns haben Familien und haben die schwierige Phase der Partnersuche als Missbrauchsopfer hinter sich.

Ehe wir darüber reden konnten waren die Taten verjährt. [Weiterlesen]

„Eine Watsch’n hat noch niemandem geschadet !“

Die ‚normale’ Watsch’n hat uns nicht geschadet. Wir konnten auch schon als Kinder unterscheiden, was damals ‚normal’ war und was ‚brutal’ war. Klassenschläge waren brutal, den Handabdruck im Gesicht noch zwei Stunden sehen war brutal, spürbarer auch psychischer Sadismus war brutal. Und das war nichts im Vergleich zu dem, was hinter verschlossenen Türen stattfand. Da zittern heute noch 50jährige wenn sie ins Direktorat des Internates zu Besuch kommen. [Klassenschläge] [Schläge]. Obwohl seit 1980 endgültig in Schulen und seit 2000 sogar den Eltern das Schlagen von Kindern verboten wurde, wurde es in Ettal bis 2010 mit Wissen der Leitung toleriert.

„Das waren Einzelfälle“

Über mehr als 20 Jahre waren 30% -70% der Erzieher in sexuellen Missbrauch, sexuelle Grenzüberschreitungen mit Schutzbefohlenen und / oder Gewalt verstrickt. Im Schatten der Gewalt breitete sich der Missbrauch aus. [Kindesmissbrauch]

„Wir wollen im Guten mit unserer Vergangenheit abschließen.“

Wir wollen, dass alle Taten, die wir seit Jahrzehnten kennen, in Ettal auch offen eingestanden werden. Wenn Schaden entstanden ist, wollen wir entschädigt werden und wir wollen Abschied von diesem Teil unserer Vergangenheit nehmen. Wir wollen uns sicher sein, dass zukünftig keine strafbaren Handlungen mehr toleriert werden.

Aus all diesen Gründen haben wir uns entschlossen uns zusammenzuschließen und mit einer Stimme zu sprechen.

VERHÄLTNIS ZUR KIRCHE

Die meisten von uns sind nicht mehr mit der Kirche verbunden, sodass sie keinen konstruktiven Impuls haben, Veränderungen über das Thema Misshandlung und Missbrauch hinaus voranzutreiben. Die Kirche möge doch in der Kirche stehende Organisationen wie beispielsweise [Wir sind Kirche] [Die Pfarrerinitiative] oder führende CDU Politiker [Brief an deutsche Bischöfe] ernst nehmen um notwendige Reformen voranzubringen. Andernfalls droht die gesellschaftspolitische Bedeutungslosigkeit oder die Zukunft als radiakle Kleingruppe.
Der Papst äußerte Verständnis für betroffene Menschen, die sich wegen des Missbrauchsskandals von der Kirche abwenden.

Der VEREIN

Status des Vereins

Der Verein wurde am 04.07.2010 gegründet und am 30.08.2010 ins Vereinsregister eingetragen. Das Finanzamt hat am 17.09.2010 die vorläufige Gemeinnützigkeit anerkannt.

Wenn Sie Mitglied werden wollen, nutzen Sie bitte das Beitrittsformular [Antrag].
für weitere Fragen wendet euch an Verein@ettaler-missbrauchsopfer.de

Die Vorstände:

Vereinszweck:       Gemeinnützigkeit, Prävention, Wiedergutmachung

                     Link zur Satzung [Satzung]

(1)                Der Verein fördert die Aufarbeitung der Fälle von körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt an Schülern des Klosters Ettal. Der Verein wirkt der Tolerierung von Straftaten gegen Kinder in Einrichtungen des Klosters Ettal entgegen und wird präventiv tätig.

(2)                Insbesondere will der Verein Betroffene als direkte Anlaufstelle unterstützen. Er will als Plattform für Verhandlungen und Gespräche mit Verantwortlichen zur Prävention und Schadenswiedergutmachung dienen. Er unterstützt die Arbeit der Ermittlungsbehörden.

(3)                Der Verein erfüllt den Vereinszweck insbesondere durch

a)                  transparente Darstellung von Vorfällen als Hilfe zur individuellen Aufarbeitung und Aufdecken von Mechanismen, die Vorfälle begünstigen;

b)                 Erarbeitung von Konzepten und Umsetzung von Maßnahmen zur Unterstützung der individuellen Aufarbeitung;

c)                  kostenlose psychologische, pädagogische und rechtliche Beratung von Opfern durch den Verein, soweit dies nach den gesetzlichen Vorschriften zulässig ist;

d)                 das Angebot der Mithilfe bei der Erarbeitung eines Handlungskonzeptes mit dem Kloster Ettal zur Problembewältigung Betroffener und Schadenswiedergutmachung;

e)                  Auditierung der Präventionsmechanismen in der Ettaler Schule und dem Internat, Erarbeiten von Vorschlägen zur Verbesserungen der Prävention;

f)                     Bildung einer Anlaufstelle für Schüler von Internaten, die mit Gewalt oder Missbrauch konfrontiert sind;

g)                  Öffentlichkeitsarbeit in Wort, Schrift und Bild mit dem Ziel über Misshandlung und Missbrauch in Vergangenheit und Gegenwart aufzuklären und Verarbeitungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Wir arbeiten ehrenamtlich. Sollten Sie die Ziele und Anliegen des Vereins Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer finanziell unterstützen wollen, würden wir uns darüber sehr freuen. Das Finanzamt hat am 17.09.2010 die vorläufige Gemeinnützigkeit anerkannt, Spenden sind daher absetzbar.

Spendenkonto

Ettaler Misshandlungs- und Missbrauchsopfer e.V.
              Stadtsparkasse München
              BLZ:         701 500 00
              Konto:     1001 485 109

KONTAKT

Wir freuen uns über Ihr Interesse an unserer Arbeit. Falls Sie sich mit uns in Verbindung setzen möchten, können mit uns direkt über die Emailadresse verein@ettaler-missbrauchsopfer.de in Kontakt treten. Die Emails kann nur der Vereinsvorstand lesen.

Verein Ettaler MMO
c/o Müller,
Corneliusstr. 26
80469 München

Robert Köhler
Tel & FAX: 0176-6283-1256